Kanada – The Rocky Mountains

Kanada – The Rocky Mountains

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Am 1. Juli 1867 wurde Kanada gegründet und feiert somit in diesem Jahr  150 Jahre. Zur Feier sind 2017 alle National Parks für alle Besucher kostenlos zugänglich. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind Ende Mai bis Anfang Juni für 3 Wochen in die beeindruckende Natur Kanadas gereist. Auf insgesamt 9 Stationen, beginnend in Calgary, durch die National Parks, durch die Weinregion, über die Küsten bis hin nach Vancouver, haben wir viel erlebt und wollen euch das natürlich nicht vorenthalten.

Banff National Park

Der älteste kanadische Nationalpark (gegründet 1885) in bekannt für vergletscherte Berge, kristallklare Seen, dichte Wälder und natürlich wildlebende Bären. Wer die Natur liebt und einen Urlaub zum Entspannen sucht, ist hier genau richtig. Auf einer Fläche von 6.641 km2 kann man hier wandern, Kayak fahren, im Winter Ski fahren, in der berühtem Thermalquelle entspannen, eventuell Bären und andere Wildtiere spotten oder einfach in Ruhe die Landschaft geniessen. Nicht nur Grizzlys und Schwarzbäre gibt es hier, sondern auch Wölfe, Elche, Hirsche, Luchse, Bibers und Karibus.

  • Banff Town

Banff-Stadt ist sehr touristisch angehaucht. Neben Restaurants und Bars gibt es hier eine Vielzahl an Souvenirshops und Outdoor-Ausstatter – für alle, die beim Packen das Wichtigste vergessen haben, nämlich Wanderkleidung- und ausstattung.

In Banff bekommt man im Touri-Info-Point nicht nur Tips für gute Wanderwege, sondern auch Bärenspray. Diesen haben wir jedoch überhapt nicht gebraucht und denken, dass es eher eine Touristenfalle ist – denn der Bärenspray kostet gute 40 kanadische Dollar (+- 27 Euro). Am besten bestellt man sich im Internet vor der Reise eine Bärenglocke, die kostet nur ca. 5 Euro und sollte für das Hiken auf den gezeichneten Wanderpfaden ausreichen.

Wanderungen zu Zweit oder in größeren Gruppen sind eigentlich ungefährlich. Es wird geraten miteinander zu reden, denn dann halten sich die Bären meist schon fern. Trifft man dann doch einen Bären, sollte man sich vorsichtig und langsam rückwärts entfernen, ohne dem Bären den Rücken zu kehren.

  • Johnston Canyon Lower Falls & Upper Falls

Wer in Kanada mit einem leichten Wanderweg anfangen möchte, kann sich auf den Weg zu den Lower und Upper Falls machen. Hier gibt es sehr schöne Fotomotive und Angst vor Bären braucht man hier auch nicht zu haben, denn im Frühjahr sind bereits viele Leute unterwegs. Zu den Upper Falls sind es ungefähr 2,4 Kilometer und der Weg ist fast überall befestigt.

  • Thermalquelle

Nach einem Wandertag kann man in den Banff Upper Hot Springs entspannen. Die natürlich heißen Mineralquellen zählen zu den Top-Aktivitäten in Banff. Im Außenbecken der Anlage hat das Quellwasser zwischen 37 und 40 Grad und man hat eine tolle Sicht auf die Rocky Mountains.

  • Lake Minnewanka

Ein schöner See, der größte im Banff Nationalpark, ist der Lake Minnewanka. Hier kann man entlang des Sees auf einer 29km-langen Strecke wandern, picknicken, Boote beobachten oder einfach verweilen. Unterwegs auf dem Wanderweg kann man bei etwas Glück Wild spotten. Und wer nicht 29 Kilometer schafft, kann einfach umkehren und zurückgehen.

  • Moraine Lake, Lake Louise & Lake Agnes

Auf unserer Weiterreise nach Field, in Richtung Yoho National Park haben wir uns auf ein sportliches Abenteuer eingelassen. Am Morgen haben wir den Moraine Lake besucht, der leider größtenteils noch zugefroren war. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, mit kurzer Hose und bei ca. 20 Grad auf einem zugefrorenen See zu stehen.

Danach sind wir zum Lake Louise gefahren, der wahrscheinlich der meistbesuchte See in ganz Westkanada ist. Der kristallklare See lässt einen nur staunen, wie schön die Natur sein kann. Nach vielen Fotos vom See und ein paar Selfies haben wir uns auf den Weg zum Lake Agnes gemacht. Der Lake Agnes ist nur 3,5 km entfernt vom Lake Louise – jedoch auf einer Höhe von 2.134 Metern. Unterwegs sieht man den Little Beehive und den Big Beehive, zwei riesigen Felsen, die aussehen wie gigantische Bienenstöcke.

Durch den vielen Schnee, der noch auf dem Weg lag, war der Aufstieg ganz schön anstrengend. Motiviert hat uns das Lake Agnes Teehouse, in dem es heiße Schokolade, Kuchen und Kekse geben sollte und wo wir uns schließlich auch belohnen konnten. Auf jeden Fall lohnt sich der Aufstieg, denn die Aussicht oben auf dem Berg ist atemberaubend schön. Und man kann stolz auf sich sein, wenn man den ganzen Weg hinauf geklettert ist und danach wieder absteigen kann 🙂

Field

Unsere nächste Station war Field an der Grenze zum Yoho National Park. Wir übernachteten in der Unterkunft Emerald Lake Lodge, die direkt beim Emerald Lake liegt. Hier hatten wir eine tolle Lodge mit Balkon und Holzkamin. Die Anlage verfügt außerdem einen Außen-Whirlpool und ein Restaurant.

  • Emerald Lake

Auch wenn ihr nicht in der Emerald Lake Lodge übernachtet, solltet ihr trotzdem den Emerald Lake besuchen. Hier kann man für 1 Stunde (60 CAD, ca. 40,50 EUR) ein Kayak ausleihen und auf dem tief türkisen See die beeindruckende Bergwelt bestaunen. Auch die Natural Bridge, eine natürliche Brücke aus Steinen ist nicht weit von hier entfernt.

Die türkise Farbe der Seeen entstehet übrigens durch Bergmineralien, die durch den schmelzenden Schnell in den See gelangen.

  • Kicking Horse River Rafting – Golden

Die Glacier Rafting Company (die es übrigens mit gleichem Namen auch in Amerika gibt, also aufpassen beim reservieren 😉 ) bietet tages- und halbtages Rafting-Tours an (halbtags 99 CAD, ganztags inkl. Barbecue 139 CAD). Für den Nervenkitzel bietet der Kicking Horse River genau das Richtige. In der Nähe von Golden beginnt das Abenteuer.

  • Unterwegs nach Vernon

Von Field ging es für uns weiter nach Vernon. Hierfür mussten wir ca. 5 Stunden den Highway 1 runterfahren. Das hört sich zunächst langweilig an, aber wer die Augen aufhält, findet unterwegs ein paar schöne Plätze an denen sich das Anhalten lohnt. Zum Beispiel befinden sich 30 km vor Revelstroke circa 600 Jahre alte Riesentannen. Ein schön angelegter 500 m Hike führt durch den alten Wald und gibt Erklärungen zu den Tannen und zu Flora und Fauna.

Sicamous ist ein Ort in dem sich ebenfalls ein Stopp lohnt. Eine alter Eisdiele mit Besichtigung des angrenzenden Bauernhofes sowie ein Fruit-Shop mit lokalen Produkten sieht man schon von der Straße aus. Bei „Blondies“, in der Ortschaft selbst, bekommt man leckere frische belegte Sandwiches, die einen für die Weiterfahrt stärken.

Vernon

Vernon ist bekannt als Kanadas Wein- und Obstanbauregion. Wenn man, wie wir, Glück hat und in einem der schönsten Hotels der Region übernachtet, bekommt man allerdings vom Wein nicht viel mit. Wir haben in einem erstklassigen Swarovski Hotel mit Wellness Oase übernachtet, und konnten hier so richtig vom Arbeitsalltag abschalten. Diese Aussicht kann man in Worte einfach nicht ausdrücken! Seht euch einfach die Fotos an 😉

  • Lokale Produkte und Wein

Wer die lokalen Produktqualität entdecken möchte, sollte sich über die Aktion „The path to your plate – Farm to table“ informieren. Es gibt einen Stadtplan von Kelowna und Okanagan Valley auf dem einige lokale Produzenten aufgelistet sind, bei denen Führungen und direkter Vertrieb angeboten werden. Wir haben zum Beispiel „Carmelis Goat Cheese Artisan“ besucht und durften verschiedene Ziegenkäsesorten probieren, unter anderem Goat Gruyère und Ziegenfrischkäse mit Fruchtaufstrichen.

Okanagan Lavender & Herb Farm“ verfügt über einen Garten mit Lavendel- und Kräuterpflanzen sowie über einen Shop mit selbst hergestellten Lavendelprodukten. Wir haben uns dort mit Lavendeleis und -limonade erfrischt.

Weinverkostungen kann man fast bei jeder Adresse machen. Wir haben uns für den „Summerhill Pyramid Winery“ entschieden. Nach einer Tour durch die Produktionshalle konnten wir verschiedene Weine kosten. Es ein junges Bio-Weingut, auf dem regelmäßig die Hühner zwischen den Reben frei herumlaufen, um die Insekten zu essen. So kann auf das Spritzen von Pestiziden verzichtet werden.

Wir haben außerdem noch zwei Honey Farms besucht „Planet Honey“ und „Arlo’s Honey Farm“. Bei beiden konnte man verschiedene Honigsorten probieren. Planet Honey legt den Fokus noch etwas mehr auf das weitergeben von Imkerwissen an das jüngere Publikum.

  • Unterwegs nach Whistler

Weiter gehts auf dem Highway 1 nach Whistler und um eine Pause einzulegen auf dem 5,5 Stunden langen Weg, haben wir in Kamloops angehalten. Dort gibt es einen Wildlife Park (Eintritt ca. 15 CAD). In naturgemäßen Lebensräumen leben hier über 70 verschiedene Tierarten die aus der Umgebung stammen und vom Aussterben bedroht sind. Man sieht hier z.B. hautnah einen Kugar, einen Moose, Elche, Grizzlies und Wölfe. Der Park hat auch einen Kinderstreichelzoo und etliche Lehrausstellungen. Kamloops bietet einige Picknickmöglichkeiten mit unglaublichen Aussichten. Am besten packt ihr euch ein paar Sachen ein und esst was unterwegs.

Whistler

Whistler ist eines der beliebtesten und bekanntesten Skigebiete Nordamerikas. Das Ski-Gebiet liegt knapp 2 Autostunden nördlich von Vancouver. Whistler war 2010 das „alpine Herz“ der Olympischen Winterspiele. Neben rasanten Pisten gibt es hier auch eine Bob- und Rodelbahn. Wer denkt, im Sommer, wenn der Schnee so langsam schmilzt, könnte man hier nichts anfangen, der hat sich geirrt. Im Sommer dienen die Pisten nämlich als Mountainbike-Wege. Whistler, als typisches Skigebiet, verfügt über viele Bars, Restaurants und vor allem hippe Sportshops.

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  • Ziplining

Wer sich traut, über die Wälder von Whistler zu gleiten, sollte unbedingt „ziplinen“ gehen. Ziptrek Whistler organisiert das ganze Jahr über unterschiedliche Touren, die auf jeden Fall für Adrenalin sorgen.

  • Sea to Sky Gondola in Squamish

Nicht weit von Whistler kann man mit der Sea-to-Sky Gondola  in die Berge fahren. Nach einer zehnminütigen Gondelfahrt kann man die atemberaubende Natur bestaunen. Oben wartet ein Restaurant, ein Tea House, ein Tourishop und eine Aussichtsterrasse. Es gibt auch Wanderwege – aber das Highlight ist ganz sicher die Sky Pilot Suspension Bridge.

  • Bearwatching-Tour

In Whistler werden auch Bearwatching-Tours angeboten. Früh am Morgen oder spät am Abend wird man von einem Ranger angeholt und fährt auf eher verlassenen Straßen in die Berge, auf der Suche nach Bären. Wir hatten Glück und haben 4 Schwarzbären gesehen, die gemütlich auf der Straßenseite Gras gegessen haben. Solange man nicht aus dem Auto aussteigt, werden die Bären nicht gefährlich. Wenn man unbedingt Bären in der Wildnis sehen möchte, sollte man eine solche Tour mitmachen.

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  • Ketel One Ice Room

Im „The Listel Hotel“ kann man im „Ketel One Ice Room“ Wodka bei Minus 32 Grad genießen. Ungefähr 50 Vodkas aus aller Welt stehen hier zur Verfügung und man kann sich 5 davon aussuchen. Ein warmer Parka wird einem zur Verfügung gestellt.

  • Kleiner Gourmettipp: das Araxi Restaurant

Das Araxi Restaurant ist wahrscheinlich das exklusivste Restaurant in Whistler. Hier kocht auch David Levey, Gewinner der 6. Staffel von Gordon Ramsay’s „Hell’s Kitchen“.